Wie man Koch- und Backrezepte schreibt…

Ein Blick hinter die Kulissen...

Werbung
Was sich der Autor dieses Kuchenrezepts wohl gedacht haben mag ?
Was sich der Autor dieses Kuchenrezepts wohl gedacht haben mag?

Vielleicht hast Du Dich schon einmal gefragt, wie Veggie Tobi eigentlich an seine ganzen, ziemlich leckeren Rezepte kommt und wie er (also ich) diese auf’s digitale Papier bringt?

Falls ja, solltest Du unbedingt weiterlesen. Falls nicht, ab in die Küche mit Dir, da wartet bestimmt jede Menge schmutziges Geschirr… ah, ich hab’s mir gedacht, es interessiert Dich also doch.

Die Quelle der Inspiration

Natürlich könnte ich es mir einfach machen und sämtliche Kochrezepte aus alten Büchern abschreiben: In einer schottischen Rezeptsammlung aus dem 19. Jahrhundert begann die Anleitung für einen Rührkuchen folgendermaßen „Man leihe sich 500 g Mehl…“. 😉

Das tue ich natürlich nicht. Vielmehr stammen die meisten meiner Rezepte aus der Familie oder kommen von Freunden. Einige sind Eigenkreationen, manche auch glückliche Unfälle Zufälle, die eigentlich etwas ganz anderes werden sollten.

Aber es ist klar, dass ich hier nicht das Rad der Kulinarik jedes Mal neu erfinde. Das maße ich mir nicht an zu behaupten – und diejenigen, die das tun (meist mehr oder weniger erfolgreiche TV-Köche), haben derartige Showeinlagen wohl nötig, um von anderen Defiziten abzulenken.

Rezepte zu finden ist also das eine, sie dann aber fachlich und sachlich richtig an’s geneigte Publikum zu bringen, wird schon bedeutend schwieriger. Ja, ich möchte sogar behaupten – zur Herausforderung!

Herausforderung 1: Die Zutatenliste

Ich bin ein Pedant und störe mich ganz schnell an Kleinigkeiten. Noch viel weniger mag ich es leiden, wenn Zeit- und Mengenangaben ungenau sind:

Du hast doch bestimmt auch schon einmal auf jemanden stundenlang gewartet, der „am Nachmittag“ auf einen Tee vorbeikommen wollte und dann kurz vor dem Abendessen erschien? Okay, anderes Thema, aber Du verstehst sicherlich, worauf ich hinaus möchte.

„5 Esslöffel Mehl, etwas Salz, 30 bis 60 Minuten auf ca. 180 °C backen…“ da mag das fertige Backwerk noch so lecker schmecken, nachvollziehbare Rezepte zu verfassen, wird auf diese Art jedenfalls nichts.

Natürlich schreibe ich hin und wieder von „einer Handvoll“, einem „Päckchen“ (wohl wissend, dass die Füllmenge abweichen kann) oder mache andere ungefähre Angaben, aber nicht bei den für ein Gelingen verantwortlichen Zutaten und Handlungsanweisungen.

Zudem passe ich die benötigten Mengen so an, dass möglichst nichts verschwendet wird:

Wenn die im Supermarkt übliche Verpackungsgröße für gemahlene Mandeln nunmal 200 g sind, verwende ich auch diese Menge für’s Rezept – und nicht nur 190 g. Denn seien wir ehrlich, oft genug landen angebrochene Packungen früher oder später im Müll.

Es versteht sich von selbst, dass ich die Zutaten in der Reihenfolge ihrer Verarbeitung aufführe. Das ist zwar eigentlich unnötig, da man sich ja sowieso im vorhinein alles zurecht legt. Ich dachte kurz mal an eine alphabetische Sortierung oder nach benötigten Mengen… ein kleiner Scherz. 😉

Herausforderung 2: Die Arbeitsanweisungen

Und schon kommen wir zum zweiten wichtigen Punkt eines Rezepts – der „So wird’s gemacht“-Anleitung:

Es ist verdammt schwierig, einen guten Kompromiss zwischen Anweisungen zu finden, deren Erteilen für die erfolgreiche Zubereitung eines Rezepts absolut notwendig sind und solchen, die im Grunde völlig überflüssig wären (da für den durchschnittlich intelligenten Koch selbstverständlich).

Schließlich will ich für einen simplen Tomatensalat oder einen Bananen-Kiwi-Smoothie keine Diplomarbeit über Lebensmitteltechnik verfassen:

Aus diesem Grund erwähne ich nicht, dass Du Bananen vor dem Schneiden schälen solltest, ebensowenig dass „eine Dose Tomaten“ vor dem Hinzufügen ihres Inhalts (!) zu öffnen wäre (!) und das Blechkleid den örtlichen Umweltschutzvorschriften entsprechend entsorgt (!) werden muss.

Ähem, das mit den Bananen wusstest Du hoffentlich… 😉

Herausforderung 3: Das Rezeptfoto

„Das Auge isst mit!“, so lautet der Lieblingssatz aller Gourmets – und Recht haben sie.

Was fällt Dir beim Stöbern durch meine kleine Rezeptsammlung immer als erstes auf? Genau – ein bildhaftes Zeugnis des fertig zubereiteten Gerichts. Und darauf bin ich auch ziemlich stolz:

Alle Bilder auf veggietobi.de stammen aus der Linse meiner eigenen Kamera, deren Auslöser ich im entscheidenden Moment höchstpersönlich gedrückt habe. Mir war es nämlich wichtig, das real gekochte bzw. gebackene Gericht abzulichten. So wie es (im Erfolgsfall) auf dem Teller aussieht.

Veggie Tobi ist kein ausgebildeter Food-Fotograf; vielmehr habe ich mir alles autodidaktisch selbst beigebracht. Und lerne mit jedem neuen Bild immer noch dazu – wie jeder große Künstler an dieser Stelle in aller Bescheidenheit sagen würde. 😉

Frisch aus dem Veggie Tobi Kochstudio…

Genug der versteckten Selbstbeweihräucherung. Sinn dahinter war für mich einerseits – ganz pragmatisch – Geld für teure Stockfotos zu sparen und andererseits möchte ich mit meinen eigenen Bildern beweisen, dass ich jedes Rezept auch wirklich ausprobiert habe.

Aus genau diesem Grund findest Du in meinem Blog keine tausend Rezepte der italienischen Küche oder dutzende Varianten, einen Marmorkuchen zu backen – nein, hier warten einzig und allein meine Lieblingsrezepte auf Dich. Oder um es anders zu formulieren: Ich esse, worüber ich blogge! 🙂

Außerdem lebt der Abschnitt „Tipps für die Zubereitung“ – der fast immer Teil eines jeden Rezepts ist – von solchen Erfahrungen, wie sie nur durch Ausprobieren entstehen können. Es reicht ja, wenn ich Fehler mache und die Küche in dicke Rauchschwaden hülle, Dir soll schließlich alles auf Anhieb gelingen.

Herausforderung 4: Der sprachliche Ausdruck

Wie zuvor erwähnt, liegt mir eine gewisse übertriebene Genauigkeit inne. Das ist gut, wenn es darum geht, etwaige Rechtschreibfehler zu finden (bei allen anderen eventuellen „Unstimmigkeiten“ handelt es sich um individuelle Hausschreibungen  – ja, das gibt’s wirklich).

Allerdings stecke ich mir damit selbst hohe Hürden, beispielsweise was die Korrektur der finalen Fassung eines Textes betrifft. Immerhin soll das Rezept nicht nur logisch aufgebaut, verständlich sowie orthographisch und grammatikalisch einwandfrei sein, das Lesen muss auch Lust auf’s Kochen machen.

Aber Aufzählungen wie „Die Kartoffeln schälen und in Scheiben schneiden, dann die Zwiebel schälen und schneiden, dann die Karotten in Stücke schneiden…“ lassen den Literaturnobelpreis in weite Ferne rücken. Wobei ich mich gerade frage, ob es den für Kochrezepte überhaupt schon einmal gegeben hat?!

Deshalb tüftle ich lange, manchmal zu lange, an den passenden Formulierungen, nur um sie hinterher wieder zu verwerfen. Ich hoffe, Du weißt meine Mühe letztendlich zu schätzen. 🙂

Herausforderung 5: Die Technik

(Wer mag, kann den folgenden Abschnitt als pure Werbung interpretieren; meine Intention war aber, Dir zu zeigen, dass Veggie Tobi auch außerhalb seiner Küche ziemlich aktiv ist!)

Ja, so ein Weblog macht schon einiges an Arbeit. Arbeit, die sich vielfach im Hintergrund abspielt und mit Küchendienst so gar nichts gemein hat:

Als technikaffiner ITler (ich bin selbständiger Softwareentwickler und IT-Consultant) ist es mir natürlich Ehre und Verpflichtung zugleich, sowohl das Hosting als auch den Betrieb und die regelmäßige Wartung des CMS eigenverantwortlich zu übernehmen.

Bei einem CMS handelt es sich übrigens nicht um eine neue Maßeinheit, sondern um das „Content Management System“, welches aus meinen Texten und Bildern diese Website zaubert, die Du gerade liest.

Server-Administration, Software- und Sicherheits-Updates, Optimierungen für Suchmaschinen, Backups – glaub‘ mir, einen Zentner Kartoffeln zu schälen ist weniger anstrengend.

Falls Du Dich selbst auf das Abenteuer Bloggen eingelassen hast und Unterstützung benötigst – mich kann man mieten. Aber das sei nur am Rande erwähnt.

Und wozu der ganze Aufwand? Für Dich! 🙂

Es macht Spaß – und darauf kommt’s mir an! 🙂 Noch Fragen?

Gerne verrate ich Dir alle Details über meine wahren Beweggründe für diesen Blog und freue ich mich über eine kleine Spende, um veggietobi.de auch langfristig finanzieren zu können (und meinen eigenen Kühlschrank gefüllt zu halten).

Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß beim Lesen meines Blogs! 🙂


Autor: Tobias Eichner | Datum der Veröffentlichung: September 2018
Wichtig: Bitte beachte die Nutzungsbedingungen und rechtlichen Hinweise für diesen Beitrag!


Werbung