Tobi’s Lieblings-Stollen mit Mandeln

Süßes Brot für lange Winternächte...

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Eine Tasse heißen Tee und dazu ein Stück Stollen, während im Kamin das Feuer lodert und draußen Schneeflocken in der Luft tanzen... so stelle ich mir einen entspannten Winterabend zu Hause vor.
Eine Tasse heißen Tee und dazu ein Stück Stollen, während im Kamin das Feuer lodert und draußen Schneeflocken in der Luft tanzen... so stelle ich mir einen entspannten Winterabend zu Hause vor.

Ist Veggie Tobi jetzt unter die Bergleute gegangen und zeigt Dir seinen ersten selbst gegrabenen Stollen? Nein, keine Sorge. Ich bleibe natürlich weiterhin der vegetarischen Küche treu. 😉

Heute geht es um eine andere Art von Stollen – nämlich um ein besonders während der Winterzeit und dem anstehenden Jahreswechsel beliebtes Hefegebäck mit einer wirklich langen Tradition.

Apropos, Geschichte und so. Zum Thema Stollen gibt es auch einige kuriose Fakten zu berichten. Die lässt Du Dir aber am besten zusammen mit einem Stück leckeren Stollen schmecken.

Denn jetzt wird erstmal gebacken… los geht’s!

Schwierigkeit: Dauer: 25 Minuten (plus 45 Min. Stehzeit) + ca. 50 Minuten Backzeit
Nährwertinfos: ca. 2226 kJ (532 kcal) || Kohlenhydrate: 60,83 % | Eiweiss: 7,30 % | Fett: 31,87 % (alle Angaben pro Stück)

Zutatenliste für 1 Stollen (ca. 12 Stücke)

  • 200 g Sultaninen
  • 100 ml Rum
  • 500 g Mehl
  • 100 ml Milch
  • 1 Würfel Hefe (42 g)
  • 290 g Butter
  • 70 g Zucker
  • 2 Pkg Vanillezucker
  • Prise Salz
  • 100 g gemahlene Mandeln
  • 50 g Orangeat
  • 50 g Sukkade (Zitronat)
  • 50 g Butter (zum Bestreichen nach dem Backen)
  • Zum Dekorieren: Staubzucker oder Kristallzucker

Benötigte Küchenutensilien

  • kleine Schüssel
  • Becher oder große Tasse
  • Gabel
  • Rührschüssel
  • Handschuhe (zum Kneten)
  • Teller oder Wischtuch (zum Abdecken)
  • Backblech (mit Backpapier ausgelegt)
  • Tasse
  • Backpinsel oder ein Stück Küchenpapier

Und so wird’s gemacht

Als erstes die Sultaninen mit dem Rum in eine kleine Schüssel geben und in der Mikrowelle bei 600 Watt anderthalb Minuten erhitzen. Nach der Hälfte der Zeit einmal umrühren. Für später beiseite stellen.

Die Butter auf dem Herd oder in der Mikrowelle schmelzen lassen (maximal handwarm!) und zusammen mit Mehl, Zucker, Mandeln, das Mark einer Vanilleschote und eine Prise Salz in eine große Rührschüssel geben.

Nun die in Milch aufgelöste Hefe hinzugießen und mit den Händen (oder einer starken Küchenmaschine) mehrere Minuten lang kräftig kneten. Der fertige Teig muss eine leicht zähe Konsistenz aufweisen und darf nicht mehr an der Schüssel kleben.

Die Schüssel mit einem Teller oder einem Tuch abdecken und 15 Minuten gehen lassen. Stollenteig geht nur leicht auf.

Nach der Ruhezeit als erstes den überschüssigen Rum von den Sultaninen abgießen und diese zusammen mit Orangeat und Sukkade zum Teig geben. Diesen erneut mehrere Minuten lang kneten, bis Mandeln und Fruchstückchen sich gut verteilt haben.

Die Schüssel erneut abdecken und 30 Minuten gehen lassen. Währenddessen den Backofen auf 160 °C (Heißluft) vorheizen.

Den Teig kurz durchkneten und zu einem länglichen Brotlaib formen. Die traditonelle Form wird durch leichtes Flachdrücken der langen Kante des Laibs und Umschlagen erzeugt, ist aber kein Muss.

Ist der Stollen geformt, diesen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.

Im Ofen für 50 Minuten backen. Die Backzeit muss eingehalten werden, damit der Stollen wirklich durchbackt (gegebenenfalls mit etwas Alufolie oder Backpapier zu braune Stellen abdecken).

Nach dem Herausnehmen den noch heißen Stollen mit etwas Butter einpinseln und nach dem Abkühlen mit Staubzucker bestreuen.

Tipps für die Zubereitung

Damit der Stollen gelingt, sollten die verarbeiteten Zutaten Zimmertemperatur angenommen haben. Hol also alles eine halbe Stunde vorher aus dem Kühlschrank.

Für eine vegane Variante löse die Hefe in Mandelmilch auf und ersetze die Butter durch Back-Margarine (je höher der Fettgehalt, desto besser).

Anstelle der gemahlenen Mandeln kannst Du auch mit gehackten oder gehobelten Mandeln experimentieren. Die Mandeln dürfen ihre Schale auch anbehalten, ein Blanchieren ist nicht notwendig.

Der Stollen backt besonders gut, wenn Du eine wassergefüllte Schale auf den Boden des Backofens stellst (ein tiefer Teller tut es auch).

Achte darauf, den Stollen nicht zu hoch zu formen, sonst besteht die Gefahr, dass er nicht ordentlich durchgebacken wird.

Die Hefe will bei ihrer Arbeit nicht gestört werden – deshalb während der Gehzeit abdecken! Okay, das ist natürlich Unsinn. Aber so verhinderst Du, dass der Teig währenddessen austrocknet.

Du magst keine Sultaninen? Und wie steht’s mit Orangeat und Sukkade/Zitronat? Du kannst gerne die Mengen dieser Zutaten nach Lust und Laune variieren (weglassen geht immer und bis zu jeweils 100 g Orangeat/Sukkade und 350 g Sultaninen sind für den Teig kein Problem).

Anstelle von Orangeat und Sukkade tut es auch ein Päckchen Backaroma Orange/Zitrone (dosiere die Menge für 500 g Mehl).

Falls Dir das mit dem Formen des Stollens nicht so gelingt, mach Dir nix draus! Er schmeckt trotzdem. Perfektionisten empfehle ich sowieso den Kauf einer speziellen Stollen-Backform. So sehen Deine Stollen aus wie vom erfahrenen Bäcker (der vermutlich auch so eine Form nutzt…).

Stollen gehört zu den Gebäcken, die erst ein bisschen „Durchziehen“ müssen, bevor sie ihren endgültigen Geschmack entwickeln. Klar, kannst Du Dir gleich nach dem Abkühlen eine Scheibe gönnen… noch besser schmeckt Stollen nach einem Tag!

Wissen für Besseresser

Wer hat den Stollen erfunden?

Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen gehen auf das Jahr 1329 zurück. Allerdings handelte es sich dabei um eine Art besseres Weißbrot. So oder so, im 14. Jahrhundert definitiv eine Spezialität, die nur Adligen und Wohlhabenden vorbehalten war.

Von Flüsterstollen und Schreistollen

Nein, ich habe nicht zu viele von den Rum-Sultaninen gefuttert… diese beiden Begriffe gibt es wirklich!

Bei einem Flüsterstollen wurden besonders viele Sultaninen verwendet. Die kleinen Beeren liegen so nahe beeinander, dass sie sich gegenseitig sogar durch leises Flüstern unterhalten können.

Anders sieht es bei einem Schreistollen aus. Der enthält nur ganz wenige Sultaninen. Möchten die miteinander plaudern, erreichen sie ihre Nachbarn nur durch lautes Rufen.

Ein neues Verkehrszeichen – was sind Stollenschilder?!

Noch bis in die 1990er Jahre war es in ländlichen Regionen Deutschlands üblich, dass Familien zur Winterzeit zwar den Stollenteig selbst herstellten, aber der ortsansässige Bäcker das Backen übernahm.

Damit es zu keinen Verwechslungen kam, wurden kleine Metallschildchen mit eingestanzten Namen der Besitzer in die Stollen gedrückt und mitgebacken.

Nicht auszudenken, wenn Tante Hilda plötzlich den Stollen von Oma Elsbeth bekommen hätte… die backt doch immer diese trockenen Schreistollen! 😉